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Must Read: Die Jahrhundertsaga von Ken Follett // Gastbeitrag

Um euch für den Advent noch einen exklusiven Buchtipp mitzugeben, habe ich (Katharina vom Sonntagsladen) mich für die Jahrhundertsaga von Ken Follett entschieden. Ein Buch ist ja immer schnell durchgelesen, aber diese 3 Wälzer über das 20. Jahrhundert könnten euch eine Weile beschäftigen.

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Thematisch sind es wohl historische Romane, die aber keineswegs verstaubte Geschichtsbücher sind. Die Saga besteht aus Sturz der Titanen// Fall of Giants (2010), Winter der Welt// Winter of the World (2012) und Kinder der Freiheit// Edge of Eternity (2014). Der britische Bestsellerautor Ken Follett liefert mit diesen drei umfassenden Werken einen tollen Überblick über die Geschichte Europas und der USA vom 1. Weltkrieg bis zum Mauerfall. Die Geschehnisse sind stets aus der Perspektive von 5 verschiedenen Familien aus England, Wales, Deutschland, Russland und den USA geschildert. Genau diese Familiengeschichten, die man über Generationen hinweg begleitet, haben mich so fasziniert.

Der Inhalt

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Sturz der Titanen

Das erste Buch beginnt im Jahr 1914 und schildert den politischen Verlauf bis zum Kriegsausbruch sowie den Krieg selbst. Man lernt die Bergmannsfamilie aus Wales kennen, eine englische Adelsfamilie, ein russisches Brüderpaar sowie einen amerikanischen und einen deutschen jungen Mann – beide politisch aktiv. Ihre Lebenswege und der ihrer Familien werden sich immer wieder kreuzen und sie alle erleben auf verschiedene Weise die Anfänge dieses Jahrhunderts.

 Winter der Welt

Die Geschichte setzt sich 1933 mit Hitlers Machtergreifung fort. Die bekannten Familien sind um eine Generation reicher und müssen sich in der erneut in der schwierigen politischen Lage behaupten. Auch hier sind verschiedene Schicksale wieder miteinander verknüpft und der 2. Weltkrieg von zentraler Bedeutung.

Kinder der Freiheit

Im Jahr 1961 beginnt der letzte Teil der Saga. Eine neue Generation kämpft gegen den Kommunismus in der DDR, gegen den Kalten Krieg in Russland und versucht die amerikanischen Rassengesetze zu revolutionieren. Die Nachkriegszeit ist voll von strategischen Auseinandersetzungen und Ungleichheit.

Erwähnenswerte Personen

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Alle Charaktere in diesen Romanen sind eigentlich erwähnenswert. Sie alle stehen für die Zeit, in der sie aufwuchsen, vermitteln Ideale, Werte und auch Ideologien. Sie sind das Sprachrohr, um die Geschichte wirken zu lassen und sie zu verstehen. Es gibt sehr viele faszinierende und bedeutende Personen, die dieses Jahrhundert ein bisschen verständlicher machen. Ich habe einige wenige ausgewählt, die euch in den Büchern früher oder später begegnen werden.

Ethel & Billy Williams: Die zwei Geschwister stammen aus Aberowen, einem kleinen Örtchen in Wales. Zu Beginn des ersten Buches, gerade 18 und 13 Jahre alt, arbeiten sie als Hausmädchen und in der Kohlegrube. Dennoch sind die beiden bemerkenswerte Charaktere, die im Verlaufe der Geschichte tragende Rollen sowohl im Krieg als auch in Londons Politik einnehmen. Ethel ist eine bewundernswert starke Frau, die zu meinen absoluten Lieblingscharakteren zählt.

Lev & Grigori Peshkov: Die Brüder wachsen erst in einem russischen Dorf und später in St. Petersburg auf. Als Grigori 16 Jahre und Lev 11 Jahre alt sind, werden die beiden zu Waisen und beginnen mit der Arbeit in der Industrie. Der eine ist der Vernünftige, der andere ist der Spieler und Frauenheld. Die beiden könnten verschiedener nicht sein, und wie sich ihre Leben in komplett verschiedene Richtungen entwickelt ist überaus spannend. 2 Brüder, 2 Länder und zwei Leben, von einem spannenden Jahrhundert bestimmt.

Clara Franck: Diese junge Frau wächst im nationalsozialistischen Deutschland auf und spiegelt die Angst vor der Regierung und den Mut trotzdem etwas verändern zu wollen sehr gut wieder. Mit Clara erlebt man das Aufbegehren gegen verschiedene Regierungen, die Verzweiflung aufgrund von Ungerechtigkeit und ein Durchhaltevermögen, was von Liebe geprägt ist. Liebe zur Familie und Liebe zu einem Land, was schön sein könnte.

Walli Franck: Walther ist ein Kind der DDR. Er liebt Musik und hasst den Kommunismus. Die Mauer stellt den 17 Jährigen vor eine schwierige Entscheidung und doch gibt er nie auf, setzt sich durch und schafft das ganz Große. Walli gehört zu meinen Favoriten im letzten Buch.

George Jakes: Ein uneheliches schwarzes Kind im Amerika der 50er Jahre. Aber George ist intelligent und hat Möglichkeiten. Er setzt sich mit Leib und Seele für die Rechte der Schwarzen ein, spielt eine Rolle in der amerikanischen Regierung und vermittelt eindrücklich, dass Hautfarben durchaus irrelevant sind.

Meine Meinung

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Ich bin begeistert von diesem umfangreichen Werk. Ken Follett hat es geschafft historische Fakten meisterhaft mit fiktiven Personen zu verknüpfen und so eine realistische Welt zu erschaffen, die einem das Tor zur Vergangenheit öffnet. Es ist unglaublich interessant, die geschichtliche Entwicklung zu verfolgen und unglaublich genial diese aus so vielen Perspektiven wahrzunehmen.

Die verschiedenen Familien und Personen sind alle auf besondere Art verknüpft und begegnen sich immer wieder auf unterschiedliche Weise. Dadurch hat man die Möglichkeit, Familien über Generationen zu begleiten und zu sehen, wie aus Kindern selbst Eltern und später Großeltern werden. Wie sich Personen im Laufe der Zeit und im Wandel der politischen Geschehnisse verändern und wie verschieden das Leben von Menschen in unterschiedlichen Ländern und Zeiten doch war und auch immer sein wird. Durch die Verknüpfung der Charaktere kann man sowohl die persönlichen Entwicklungen als auch die politischen Entwicklungen wunderbar vergleichen.

Die Geschichte erzählt keineswegs nur von historischen Ereignissen, sondern auch von sozialer Ungleichheit, der veränderten Rolle der Frau sowie der Kindererziehung, politischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Strukturen, Hierarchien und einer Vielzahl anderer Themen. Follett verbindet gekonnt Fakten mit Fiktion und erschafft eine Jahrhundertsaga, die mich staunen lässt.

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Ich habe die Bücher sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gelesen, weil mich zum einen die Epoche interessiert und zum anderen die Bücher unheimlich fesselnd sind. Natürlich sind die ersten beiden Bände aufgrund der Kriege mit mehr spannenden Ereignissen versehen, aber auch die Nachkriegszeit steckt voller wichtiger geschichtlicher Meilensteine. Ich habe durch die Bücher ganz beiläufig mein Geschichtswissen erweitern können.

Natürlich gibt es aufgrund des Buchaufbaus unzählige Personen und Namen. Davon sollte man sich jedoch keinesfalls abschrecken lassen. Zum einen enthält jedes Buch ein Personenverzeichnis beziehungsweise einen Stammbaum zu jeder Familie und zum anderen hat man sich wirklich schnell eingelesen. Dank der verschiedenen Länder sind die Unterscheidungen relativ schnell gelernt und auch internationale Beziehungen sind nicht allzu kompliziert, keine Angst.

Auch die verschiedenen Länder und die umfangreiche Zeitspanne muss euch keine Angst einjagen. Meist wird in einem Kapitel die Zeit und der Ort nicht gewechselt, sodass es kein Problem ist, den Überblick zu behalten. Jedes Kapitel ist zusätzlich mit einer Jahreszahl oder präziseren Datumsangabe versehen.

Das Fazit

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 Die Bücher muss man gelesen haben! Sie vermitteln mit großer Leichtigkeit historische und politische Fakten des 20. Jahrhunderts. Lesen bildet sowieso, aber diese Bücher umso mehr. Und auch wenn es im ersten Moment so klingt, es sind definitiv keine langweiligen Geschichtsbücher. Die ein oder andere Polit-Sitzung ist vielleicht ein bisschen zu detailliert beschrieben, aber die Geschichte lebt von den Personen.

Und jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, durch die das große Ganze sehr individuell vermittelt wird. Auch wenn es nur fiktiv ist, ist es sehr einprägend, wie ein Nazi den Krieg erlebt, wie ein Schwarzer im Amerika der 60er Jahre lebt oder wie es sich anfühlt, ein DDR-Bürger zu sein. Und genau das macht das Buch so ungeheuer lesenswert, denn Follett schafft dank der agierenden Personen eine Beziehung zwischen Leser und Vergangenheit.

Ich bin eingetaucht in dieses Jahrhundert und habe mit diskutiert, mit gekämpft, mit getrauert, mit gejubelt, mich geschämt, mich gefreut und mir die Haare gerauft. Und auch wenn man weiß, dass der Krieg irgendwann zu Ende ist, dass der 3. Weltkrieg nicht ausbricht, dass die Mauer irgendwann fällt und ein Schwarzer irgendwann Präsident sein wird, ist es manchmal eine Qual sich in diese Zeit zu versetzen. Follett schafft es, einem die Geschichte näher zu bringen mit allen Ängsten und Freuden, die das Jahrhundert bereithielt, für die, die es erleben mussten.

Wenn ich jetzt euer Interesse für diese herausragende Buchreihe wecken konnte, würde mich das sehr freuen. Denn hätte mein Papa nicht so von den Büchern geschwärmt, wäre Ken Follett auch nie auf meiner Lese-Liste gelandet. Also, falls ihr einen neuen Autor ausprobieren wollt, dann zögert nicht länger – diese Bücher sind informativ und überragend geschrieben. Kennt ihr die Saga schon oder habt ihr andere Bücher von Ken Follett gelesen, die ihr empfehlen könnt?

Ahoi, Katharina

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3 Gedanken zu “Must Read: Die Jahrhundertsaga von Ken Follett // Gastbeitrag

  1. freidichterin schreibt:

    Hah,
    jetzt muss ich sie doch früher lesen. Ich hab die ersten zwei Bände noch Zuhause liegen und auch meine Deutschlehrerin meinte immer vor dem Abi, dass uns diese Bücher viel bringen würden.
    Aber wer hat vor den Prüfungen denn Zeit, dass er diese Schinken liest? Ja und danach, waren eben lauter andere Bücher da, die gelesen werden wollten.
    Jetzt ist es dann wohl endlich an der Zeit!
    Liebe Grüße und ein wirklich schöner Beitrag!
    Itchy

    Gefällt 1 Person

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