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Kinoreview: Inferno

Dienstags ist Kinotag – Zeit also für eine neue Review, auch wenn ich euch diesmal von einem Besuch nur abraten kann. Nach Sakrileg und Illuminati stand es für meinen Freund und mich praktisch fest, Inferno mit einem Kino-Date zu verbinden, doch das war nicht eine unserer besten Entscheidungen, wie wir feststellen sollten.

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Worum geht’s eigentlich?

Symbologe Robert Langdon erwacht mit einer Schussverletzung im Krankenhaus in Florenz – und kann sich nicht erinnern, wie es ihn überhaupt nach Italien verschlagen hat. Gemeinsam mit der jungen Ärztin Sienna Brooks will er seine Gedächtnislücken schließen und die Welt retten.

Wenn ein Film einfach nicht funktioniert…

Vielleicht lag es daran, dass mein Freund und ich im Sommer vor zwei Jahren das Hörbuch gehört haben, höchstwahrscheinlich wären wir weniger kritisch gewesen, wenn das nicht der Fall gewesen wäre. Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf konnte uns die Verfilmung von Inferno jedenfalls zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Denn die Schlüsselszenen, die damals besonders einprägsam waren, haben es in den Film geschafft – doch leider waren somit die von Hollywood getätigten Veränderungen omnipräsent.

Aber beginnen wir mit einem positiven Aspekt: Tom Hanks ist in meinen Augen die perfekte Besetzung für Protagonist Robert Langdon und weiß in dieser Rolle einfach zu überzeugen. Ob ich das Buch nun lese oder höre, ich stelle mir Tom Hanks als Robert vor und auch den-etwas-neben-sich-Stehenden hat er hier überzeugend gemimt.

Am bemerkenswertesten fand ich an der Buchvorlage, wie sie mich noch über das Hören hinaus beschäftigt hat. Das ganze Thema – die stetig anwachsende Weltbevölkerung und die damit verbundenen Folgen für unser Leben auf der Erde – und das Ende haben mich derart zum Nachdenken angeregt (klingt wie eine 0815-Schulinterpretation-Floskel, sorry) und auch Angst in mir geschürt, dass ich zum einen das Bedürfnis hatte, mit anderen Menschen darüber zu reden und auch selbst zu recherchieren. Im Film ist das leider alles verkommen.

Wo Robert im Buch über hundert Seiten und mehr einem Rätsel auf der Spur ist, bevor sich das nächste auftut, wird im Film dahingehend modelliert, dass er im Sekundentakt die Rätsel löst – er oder die superbrillante Sienna. Deren Rolle wiederum so offensichtlich inszeniert wird, dass der Schockmoment ausbleibt. Die im Buch anwachsende Sympathie und Chemie zwischen den beiden wurde im Film ebenfalls abgewandelt, doch es wäre ja nicht Hollywood, wenn Liebe unter den Tisch fallen würde. Nein, das muss schon sein und gemäß diesem Gedanken dürfen besonders schmalzige Szenen nicht fehlen.

Aber das größte Manko war für mich einfach das Ende. Ich bin so unfassbar enttäuscht und weiß auch nicht, wieso man einem Kinopublikum nicht das Originalende zutrauen kann. So ist Robert der Held des Tages, das Gute besiegt das Böse und der Film wird zu einem von vielen nach dem Schema F. Schade! Vor allem weil der Charakter des Robert Langdon kein Jason Bourne ist … just saying.

Mein Fazit

Inferno könnte all jene, die das Buch nicht kennen, vielleicht noch ansatzweise überzeugen, alle anderen jedoch wahrscheinlich enttäuschen. Für mich war das Beste an Inferno mein salziges Popcorn. In der Filmversion läuft alles einfach zu glatt, zu schnell, die Geschichte verliert das Rätselhafte und Einprägsame. Mit den Veränderungen hat Hollywood dem Ganzen keinen Gefallen getan.

Habt ihr den Film gesehen oder das Buch gelesen und wie ist eure Meinung?

eurelaura

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6 Gedanken zu “Kinoreview: Inferno

  1. freidichterin schreibt:

    Hi Laura!
    Ich hab das Hörbuch knapp vor dem Film angehört und obwohl ich immer nur mittelmäßig begeistert bin von Dan Browns Geschichten (interessant auf jeden Fall, aber mir fehlt der zwischenmenschliche Aspekt immer ein bisschen), fand ich die Schlüsselszenen, wie du es nennst, schon sehr cool. Eben weil das Ende mal nicht so Happy ausgeht ist es ja unglaublich gelungen.
    Ich kann dir bei allen Punkten zustimmen (außer vielleicht die Robert Besetzung – im Buch wird er doch immer als soooo gut aussehend beschrieben).
    Am meisten hat mich allerdings Siennas komplette Charakterverwandlung gestört.
    Das ist eine vollkommen andere Person, als Dan Brown sie eigentlich geschrieben hat!
    Ah Hollywood, warum?
    Liebe Grüße Itchy

    Gefällt 1 Person

    • Laura schreibt:

      Vielen Dank für deine Meinung! :)
      Ja, mit Sienna habe ich mich auch sehr schwer getan im Film. Ach, Robert sieht gut aus in den Büchern? :D Muss ich irgendwie überhört haben, denn er sieht in meiner Vorstellung echt immer wie der gute Tom Hanks aus. :D
      Liebe Grüße
      Laura

      Gefällt 1 Person

  2. Gummibärchen schreibt:

    Liebe Laura,ich habe ein paar Wochen neu angefangen zu bloggen. Aber irgendwie läuft es nicht so richtig😅 Dein Blog gefällt mir und du hast auch einige Leser. Deshalb wollte ich dich fragen, ob du dir mal Meinen ansehen kannst und mir sagen, was ich machen kann, dass mehr Leute meinen Blog lesen…?🙈Liebe Grüsse Melanie

    Gefällt mir

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