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Film-Tipp: Amanda Knox

Manche Mordfälle sind doch sehr rätselhaft und werden es auch für immer bleiben. Warum Verbrechen allerdings so eine große Anziehungskraft auf die Menschen ausüben ist mir nicht klar. Da Krimis und Thriller so beliebt sind, ich selbst zähle zu den Lesern, muss es aber etwas Besonderes haben. Für mich persönlich ist es einfach die Spannung, die bei Kriminalfällen meist um einiges größer ist, als beispielsweise bei Liebesromanen. Wenn die Spannung nicht stimmt, verliere ich schnell das Interesse. Ein realer Kriminalfall, der mich schon immer fasziniert hat, ist der Mord der 21-Jährigen Meredith Kercher. Die Austauschstudentin aus Großbritannien wurde 2007 in Italien ermordet. Im Fadenkreuz der Ermittlungen stand lange eine Person: Amanda Knox, oder auch der Engel mit den Eisaugen.

Netflix hat nun einen Film über die US-Amerikanerin und ihre Verwicklungen in den Mordfall veröffentlicht, den ich mir selbstverständlich sofort anschauen musste.

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Zur Geschichte

Kercher und Knox sind beide als Austauschstudentinnen in Italien und teilen sich eine Wohnung. Als Knox laut eigener Aussage eines Morgens von ihrem Freund Raffaelle Sollecito, mit dem sie erst seit wenigen Tagen zusammen ist, nach Hause kommt, bemerkt sie nach einiger Zeit, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Zimmer ihrer Mitbewohnerin Kercher ist verschlossen. Daraufhin ruft Knox ihren Freund zu sich, die beiden brechen die Tür auf und finden die tote Kercher. Sie liegt halb nackt und mit durchgeschnittener Kehle auf dem Fußboden.

Knox und Sollecito geraten schnell in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Zudem zeigt die Presse ein immenses Interesse an diesem Fall. Irrationalerweise steht von vornherein Knox im Mittelpunkt der Berichterstattung. Von Tag zu Tag kann man neue irre und wirre Geschichten über den Engel mit den Eisaugen in den Zeitungen lesen.

Aufgrund verschiedener unklarer Aussagen und dem Fund von DNA an einem Messer und an Kerchers BH-Verschluss werden Knox und Sollecito festgenommen. Obwohl nur Indizien vorliegen und beide ihre Unschuld beteuern, werden sie 2009 zu über 20 Jahren Haft verurteilt. 2011 wurde das Urteil vom Berufungsgericht aufgehoben. 2013 folgt dann die Aufhebung der Freisprüche. 2014 wurden Sollecito und Knox erneut zu hohen Haftstrafen verurteilt. Wer denkt es kann nicht verrückter werden: 2015 hat der Oberste Gerichtshof in Italien die beiden aufgrund indiskutabler Polizeiarbeit wieder und endgültig freigesprochen.

Zum Film

Amanda Knox selbst kommt zu Wort und erzählt ihre Version der Ereignisse. Zudem werden auch Sollecito, der verantwortliche Polizist und ein britische Journalist wiederholt interviewt. Das Schräge ist, alle wirken irgendwie gestellt. Der Polizist und der Journalist sind auf jeden Fall größenwahnsinnig und sich in keinster Weise bewusst, wie sie damals zu der ganzen Misere beigetragen haben.

Am faszinierendsten ist es allerdings Amanda Knox zu beobachten, wenn sie von damals erzählt. Manchmal wirkt sie total frei und unbeschwert, und dann ist sie wieder sehr bedrückt. Auf mich wirkt es, als würde sie mit dem Zuschauer spielen. Ihre Emotionen wirken für mich nur in wenigen Momenten echt. Es gibt absolut keine Beweise, die darauf hindeuten, dass sie den Mord begangen hat, und ich glaube auch nicht wirklich daran, allerdings hat das Mädchen auf jeden Fall irgendetwas Wahnsinniges an sich. Das macht es unglaublich schwer einzuschätzen, was wirklich in ihr vorgeht, wenn sie über die Ereignisse spricht.

Es wird extrem viel Material von damals gezeigt. Videomaterial, Tonaufnahmen und Zeitungsartikel, auch Bilder vom Tatort. Das verleiht dem Film auf jeden Fall ein sehr reales Feeling. Und es hat mich wirklich schockiert, wie schnell zwei Menschen, die möglicherweise nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren ohne eindeutige belastende Beweise für mehrere Jahre im Gefängnis gelandet sind. Die ganze Welt kennt den Engel mit den Eisaugen und Amanda Knox wird nie wieder ein normales Leben führen können. Vielleicht hat sie es getan, vermutlich eher nicht. Auf jeden Fall zeigt ihr Schicksal wie erschreckend schnell man in etwas hineingeraten kann, mit dem man eigentlich nichts zu tun hat.

Fazit

Für Fans von Making a Murderer und echten, rätselhaften Kriminalfällen auf jeden Fall sehenswert! Auch wenn jemand, dessen DNA an und in der Leiche gefunden wurde, für den Mord an Meredith Kercher im Gefängnis sitzt, konnte der Mord nie endgültig geklärt werden.

Eure Lisa

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