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Film-Tipp: The Hunting Ground

Heute gibt es mal einen Film-Tipp zu einem äußerst wichtigen Thema. Ich bin ja seit einiger Zeit den Dokumentationen verfallen und Netflix bietet da eine ganz nette Auswahl. Erinnert an Lady Gagas Auftritt bei den Oscars in diesem Jahr mit ihrem Song „Til It Happens To You“ habe ich mir vor kurzem The Hunting Ground angesehen und war wirklich schockiert.

Thema

Die Dokumentation handelt von Frauen und Männern die an der Universität vergewaltigt wurden und nun versuchen, für ihre Rechte zu kämpfen. Im Mittelpunkt stehen Andrea Pino und Annie Clark, beide Opfer einer Vergewaltigung, die ihr Schicksal nun selbst in die Hand nehmen wollen und für die Rechte vergewaltigter Menschen kämpfen.

Der Film zeigt vor allem Frauen, die von ihren Erlebnissen berichten. Laut einer (wohl nicht repräsentativen Studie) wird 1 von 5 Frauen an der Universität Opfer einer Vergewaltigung. Sollte diese Zahl auch nur annähernd stimmen, ist das schon mehr als schockierend. Und es kommt noch schlimmer. Denn die Frauen berichten vor allem davon, wie an den Universitäten damit umgegangen wird, wenn eine Vergewaltigung gemeldet wird. Wie so oft, werden Opfer dort schnell zu Tätern. „Wie viel haben Sie getrunken?“ – „Was hatten Sie an?“ – „Haben Sie Drogen genommen?“. Der Film beschreibt, wie Universitäten ihr Ruf um einiges wichtiger ist, als das Wohlbefinden ihrer Studenten. Keine Universität will mit einem Campus voller Vergewaltigungen im Mittelpunkt stehen.

Ich muss dazu sagen, dass es gar nicht so leicht ist, vernünftige und vertrauenswürdige Informationen zu diesem Thema zu finden. Und ja, der Film ist recht einseitig und mit allen Mitteln des Dramatischen aufgezogen. Trotzdem finde ich einige Kritik, mit der ich mich befasst habe, absolut witzlos. Da geht es unter anderem darum, dass die Frauen nur Aufmerksamkeit suchten. Ich frage mich, wie jemand der diesen Film gesehen hat, auch nur ein bisschen an der Glaubwürdigkeit der Frauen zweifeln kann. Mich hat jede einzelne Geschichte mitgenommen und noch tagelang beschäftigt.

Eine Szene zeigt einen Vater, der von der Vergewaltigung seiner Tochter berichtet. Diese Szene ist extrem emotional und am Ende muss er erzählen, dass sich seine Tochter das Leben genommen hat, weil sie mit dem Victim Blaming nicht mehr leben konnte.

Es werden häufiger Fakten eingeblendet wie „Von 30 gemeldeten Vergewaltigungen wurden 2 Täter der Universität verwiesen“ oder „Zwei der Vergewaltigung beschuldigte Spieler des Footballteams durften die Saison zu Ende spielen und wurden dann der Universität verwiesen.“ Solche Informationen sollen den Zuschauer natürlich weiter schocken, inwieweit sie der Wahrheit entsprechen kann ich aber leider nicht einschätzen. Wenn es der Wahrheit entspricht, dann verlieren die Universitäten augenblicklich jegliche Faszination, die ich jeden für amerikanische Universitätscampus empfunden haben.

Trotzdem ist das Problem ganz klar ersichtlich: wenn man mit keinen Konsequenzen zu rechnen hat, muss man es wohl auch nicht bleiben lassen. Das ist wirklich eine traurige Welt in der wir leben. Es wurden Frauen zum Thema Verbindungshäuser interviewt und es gibt einige Verbindungen, von denen anscheinend jeder weiß, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, vergewaltigt zu werden. Wie bitte? Wie kann das sein?

Fazit

Natürlich ist es schwierig Entscheidungen zu treffen, wenn Aussage gegen Aussage steht, aber es kann nicht sein, das Frauen immer noch der Vorwurf gemacht wird, selbst schuld zu sein. Es ist vollkommen egal, wie viel man getrunken hat, wie kurz der Rock ist, oder wie nett man zuvor geflirtet hat. Das ist keine Einladung und Nein heißt Nein.

Ich kann den Film auf jeden Fall empfehlen, auch wenn manche Fakten vielleicht eher eine grobe Schätzung als bewiesene Tatsachen sind. Aber schon allein die Frauen, die den Mut aufbringen, vor der Kamera von ihrem Schicksal zu berichten, sind es wert, den Film zu schauen.

Eure Lisa

 

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