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Film-Tipp: The Mask You Live In

Eigentlich bevorzuge ich fast immer Bücher oder Serien vor Filmen. Keine Ahnung warum, aber irgendwie schaffe ich es meistens nicht, den Film auch zu Ende zu gucken, selbst bei Filmen die ich wirklich mag (und ja, ich kann sieben Folgen einer Serie hintereinander gucken). Ausnahmen sind dabei wirklich gute Dokumentationen. Und Netflix hat einige davon im Angebot. Vor kurzem hatte ich bereits von Twinsters berichtet. Aufgrund einer Empfehlung sah ich mir nun auch The Mask You Live In an.

Infos zum Film

Maßgeblich für die Entstehung des Films verantwortlich, ist die Regisseurin Jennifer Siebel Newsom. Im Jahr 2011 wurde ihr Film Miss Representation auf dem Sundance Film Festival veröffentlicht. Durch das positive Echo zu diesem Film gründete sie die Organisation The Representation Project, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschen von Stereotypen und sozialen Ungerechtigkeiten zu befreien. Also absolut kein leicht verdauliches Material.

2015 wurde dann The Mask You Live In veröffentlicht. Diesmal geht es um Jungs und junge Männer, die auf dem Weg sich selbst zu finden, über Amerikas begrenzte Vorstellung von Maskulinität stolpern. Junge Männer werden vordergründig beeinflusst durch die Medien, ihre Väter oder Großväter und ihren Freundeskreis. Nicht wenige verspüren den Druck sich einer bestimmten Vorstellung von Maskulinität unterordnen zu müssen: Es wird nicht geweint, man zeigt seine Gefühle nicht, man ist immer stark, man ist das stärkere Geschlecht. Wer diesen Vorstellungen nicht entspricht, ist auch kein richtiger Mann.

Der Film interviewt Jungs und junge Männer und zeigt, wie es ihnen mit diesem Druck geht und wozu all das führen kann. Die Protagonisten erklären, durch was oder durch wen sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Daneben gibt es auch immer wieder Sequenzen in denen sich Experten aus verschiedensten Bereichen wie Psychologie oder Neurowissenschaften aber auch Medienexperten zu dem Phänomen äußern.

Mein Fazit

Ich fand den Film wirklich sehr interessant. Hier ging es ausschließlich um Jungs in den USA und ich glaube auch, dass das Phänomen dort besonders ausgeprägt ist und die Mentalität noch viel stärker als beispielsweise bei uns, trotzdem würde es mich interessieren, wie Vergleiche zu anderen Ländern aus dem westlichen Raum, aber beispielsweise auch asiatischen Ländern wie China ausfallen.

Ich fand es gut, dass unterschiedliche Schichten und Altersgruppen befragt wurden, unter anderem auch Gefängnisinsassen. Das zeigt, dass dieses Problem nicht nur in einem bestimmten Alter oder einer bestimmten Schicht besteht. Und es war wirklich erschreckend zu sehen, wie belastend die Situation für viele Jungs ist und wie nah ihnen die Personen eigentlich stehen, die für diesen Druck sorgen.

Natürlich hört man viel von dem, was man erwartet hatte, wie Druck von Vätern ausgeübt wird und wie man zu den Coolen in der Schule gehören möchte, was schwierig wird, wenn man offen seine Gefühle zeigt. Aber es ist schon traurig zu sehen, wie rückschrittlich unsere Gesellschaft doch auch im 21. Jahrhundert noch agiert und wie schwierig es anscheinend ist, alte und unnötige Stereotypen zu überwinden.

Ich kann den Film auf jeden Fall nur weiterempfehlen!

Kennt ihr gute Dokumentationen, die in eine ähnliche Richtung gehen?

Eure Lisa

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