7 Gründe für einen Doctor’s Diary-Marathon

Ohne übertreiben zu wollen – oh, wenn es schon so anfängt! – Doctor’s Diary ist meine liebste Arztserie. Die sprießen ja seit jeher aus dem Boden, einige gelten als Urgesteine, andere halten sich bis heute und ein paar flimmerten nur kurz über die Mattscheibe. Was haben allerdings Emergency Room, Grey’s Anatomy, Private Practice und Royal Pains gemeinsam? Ich bin kein Fan oder war es nur ein paar Jahre. Natürlich habe ich in alle und noch viel mehr reingeschaut, aber auf emotionaler Ebene war mir das meiste einfach zu anstrengend. Trauer hier, Unglück da und zu wenige Entlastungsmomente förderten meinen Absprung. Noch heute jagt der Gedanke an die vielen Heul-Attacken, die mir Grey’s Anatomy bescherte, einen Schauer über meinen Rücken. Wie meine Oma, die gerne in Die Schwarzwaldklinik oder Dr. Stefan Frank – Der Arzt dem die Frauen vertrauen reinschaltete, besann ich mich auf die deutsche Unterhaltungsindustrie. Seither finde ich mich jährlich in einem Doctor’s Diary-Marathon wieder. 7 Gründe, wieso sich die Serie lohnt.


Worum geht’s?

Gretchen Haase (Diana Amft) hat es nicht leicht: nach der Trennung von ihrem Verlobten will sie eine steile Karriere im Krankenhaus hinlegen. Dumm nur, dass ihre Jugendliebe auch dort arbeitet und keine Sekunde verstreichen lässt, ohne sie zu ärgern. Wenn er doch nur nicht so gut aussehen würde! Und wow, der Gynäkologe ist auch ganz süß… Zum Glück gibt es bei all dem Job- und Liebesstress immer genug Schokolade, sodass Gretchen (fast) nie den Fokus verliert.

7 Gründe, die Serie (endlich oder wieder) zu schauen

  1. Marc Meier

Wenn ich eine Umfrage unter meinen Freundinnen abhalten würde, wie sie zu Dr. Marc Meier stehen, würden sie sich wahrscheinlich entweder Luft zu fächeln, Herzchen-Smileys schicken oder das breite Grinsen nicht abschütteln können. Schauspieler Florian David Fitz zeigt sich in Doctor’s Diary in seiner besten Macho-Rolle. Ohne ihn hätte die Serie wohl kaum derart viel Charme und so viele Lacher zu bieten. Er ist angehender Oberarzt und damit Gretchens Chef, dazu noch arrogant, oberflächlich und schlagfertig – also die beste Mischung für richtig viele Konflikte. Die Dynamik zwischen ihm und Diana Amft ist großartig! Er ist außerdem was für’s Auge – was will man mehr?

Marc: Gretchen Haase? Ich dachte, du lebst in Köln und irgendwer sagte, du bist ganz schlank geworden, aber du siehst aus wie immer.
Gretchen: Marc, ich hoffe du bist hier, weil du sehr krank bist und niemand dich retten kann?
Marc (beugt sich vor): Deine Spange ist draußen… bisschen früh vielleicht, was?

Ich verspreche euch, vorgetragen in der Tonlage und Schnelligkeit von Dr. Marc Meier sind die Sprüche einfach unschlagbar!

Gretchen: Ich will ja nicht wissen, wie du diesen Job gekriegt hast. Dein Abi hast du nur bekommen, weil du mit der Schneider geschlafen hast.
Marc: Ich glaube, in Bio gilt sowas als Nachhilfe. Unter uns gesagt, ich bin hier der Beste, also zück‘ deine rosa Katzenblöcke und höre zu, was Gott dir zu sagen hat.
  1. Gretchen Haase

Gretchen ist eine Frau, in der man sich selbst irgendwie wiedererkennt. Vielleicht nicht in allen Maßen, denn die Charaktere der Serie sind stark überzeichnet, aber hier und da bestimmt. Mit ihrem Hang zu Fettnäpfen treibt sie die Geschichte voran und stürzt sich von einer heiklen Situation in die nächste, wobei sie vor allem zwei Dinge will: die Welt verbessern und … die große Liebe! Ihre Gedanken hält sie in einem Tagebuch fest und auch ihre Erinnerungen an ihre Teenager-Zeit sind recht lebendig, doch wie könnten sie auch nicht, wenn sie jeden Tag mit Marc zusammenarbeiten muss. Gretchen wurde von Bridget Jones inspiriert und das merkt man auch – was sie nicht minder liebenswürdig macht.

Gretchen: Mama, sehe ich dick aus?
Mutter: Wir waren alle mal Barock. Das verwächst sich.
Gretchen: Wann … mit 60?
  1. Toller Cast und wunderbare Nebencharaktere

Neben Marc und Gretchen gibt es noch eine Reihe weiterer Menschen, die das Elisabeth-Krankenhaus zu dem bunten Trubel machen, der es ist. Da gibt es beispielsweise die biestige Schwester Gabi, die hinter Marc her ist, oder die gutherzige Sabine, die etwas verwirrt daherkommt. Auch Gretchens Vater hat immer einen witzigen Spruch auf den Lippen, ihre Mutter baut ausversehen Gras an und der sensible Gynäkologe Medhi hadert zuweilen auf lustige Art mit seinem Leben. Eine meiner liebsten Nebencharaktere ist allerdings Marcs Mutter Elke, die ihren Sohn nur Olivier nennt und mit dem Schreiben von Groschenromanen berühmt geworden ist. Erlebt man diese Frau, weiß man plötzlich, wie Marc so werden konnte! Aber auch Fitnesstrainer Brad, der den Versuch wagt, Gretchen von ihrer Nutella zu trennen (und scheitert), ist ein großer Favorit von mir. Auch die Ärztin Maria Hassmann ist nicht auf den Mund gefallen und die Interaktionen zwischen Gretchen und ihr gehören zu den unterhaltsamsten schlechthin. Und wusstet ihr, dass Elyas M‘Barek ebenfalls als Assistenzarzt zu sehen ist? Er spielt den Österreicher Maurice Knechtelsdorfer.

Brad zu Gretchen: Oh das geht gar nicht, du hast ganz viel Schwabbel. Darling, du musst trainieren. Mit Brad – cause there is no fat with Brad.


  1. Entlastung: ein Krankenhaus ohne allzu viel Trauer

Das Folgende ist weder erdacht noch übertrieben, sondern die pure Wahrheit. Wenn meine beste Freundin und ich einen traurigen Film (bspw. Honig im Kopf) oder einen Horrorstreifen anschauen, dann sprechen wir schon vorher ab, dass im Nachhinein noch eine Folge Doctor’s Diary angemacht wird – sonst können wir nicht schlafen. Oder unser Herz ist zu schwer und unser Kopf zu voll, um einzuschlafen. Da kommt die Serie als Entlastungsmoment ins Spiel. Denn im Elisabeth-Krankenhaus geschehen fast nie furchtbare Dinge und wenn, dann kann man diese recht schnell mit sich selbst verhandeln. Anders als bei der Grey’s Anatomy-Schöpferin Shonda Rhimes werden da nämlich nicht Naturkatastrophen und andere Unglücke inszeniert, deren Zweck es ist, Lieblinge aus dem Cast in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Nach US-amerikanischen Krankenhausserien und Staffelfinalen will man sich gerne einen Termin beim Psychologen besorgen, aber bei Doctor’s Diary besteht die Gefahr nicht. Puh…

  1. Freche Dialoge, Witz & Humor

Eine Serie steht und fällt mit ihrem Humor – was das angeht, schwimme ich mit Doctor’s Diary voll auf einer Welle. Ein bisschen Klischee hier, eine Prise Macho da und Bora Dagtekin schafft es sowieso jedes Mal, dass ich lachend im Bett oder Kinosessel hocke. Wahrscheinlich, weil ich mit Türkisch für Anfänger und Doctor’s Diary aufgewachsen bin und selbst heute noch Gefallen an Elyas M’Barek als sexy Aushilfslehrer finde. Ich denke, das darf man. Das Leben ist anstrengend genug, da sollte man manchmal einfach abschalten dürfen, in dem man eine Serie anschaltet. Leider habe ich in der Vergangenheit ganz oft mitbekommen, wie man belächelt wird, wenn man erzählt, dass man eine „deutsche“ Serie toll findet, was ich echt schade finde. Jeder sollte das anschauen, was ihm gefällt und manchmal braucht man doch einfach Serien für die Seele! J

Marc: Du hast jemanden reanimiert?
Mehdi: Korrekt!
Marc: Kannst du das überhaupt?
Mehdi: Komm, spiel dich nicht so auf, ich habe dasselbe studiert wie du.
Marc: Mit dem Unterschied, dass ich die Karriereleiter gewählt habe und du, äh, den Eileiter.

Auch die Namen der einzelnen Episoden lassen schmunzeln, denn von „Den Ex auf Wein, das lass sein!“ über „Hurra: Endlich wieder Liebeskummer!“ bis hin zu „Ja, ich will: aber wer will mich?“ ist alles dabei!

Mehdi: Ich frage mich echt, wie du das Abi geschafft hast, so naiv wie du bist.
Gretchen: 1,4 mein Lieber! 1,4!
Mehdi: Kunst LK oder was?
  1. Flashback: Bedingungslose Jugendliebe

Hand auf’s Herz – haben wir nicht alle diesen einen Schwarm aus der Schule, an den wir heute noch manchmal zurückdenken? Besonders wenn wie bei Gretchen nie mehr als bloße Schwärmerei daraus geworden ist, wandern die Gedanken manchmal doch zurück in die Schulzeit, zu Theateraufführungen, Partys und Pausensnacks, in denen dieser Typ vielleicht eine wesentliche Rolle spielte. Wenn man nun also Marc Meier das erste Mal im Fahrstuhl stehen sieht und „Hasenzahn?“ fragen hört, dann fühlt man das Grauen, das Gretchen erfüllt – und irgendwie auch die Anziehung, die da nie ausgelebt wurde! In einigen Flashbacks werden Gretchens und Marcs Aufeinandertreffen gezeigt und der Zuschauer damit prächtig unterhalten.

  1. Eine abgeschlossene und runde Geschichte

Eingefleischte Fans werden sich schon öfter bei dem Gedanken erwischt haben, dass sie flink ins Kino rennen würden, sollte Bora Dagtekin je eine Verfilmung ankündigen. Ob es noch dazu kommen wird, ist nach all den Jahren und neuen Projekten zwar unwahrscheinlich, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Der große Vorteil von Doctor’s Diary ist allerdings auch, dass die Serie ein Ende hat, mit dem man gut leben kann. Was zusammengehört, findet auch zusammen. In 24 Folgen wird die Geschichte rund und sehr dicht erzählt, damit ist sie kurzweilig, wurde aber auch nicht mühsam gestreckt und hat dadurch langsam ihren Witz verloren. Das Ziel, das die Serie von Anfang an verfolgt, wird erreicht und alles Weitere wäre höchstens Zusatzmaterial für die Fans. Damit lässt sich die Serie wunderbar in den Alltag und in Pausen integrieren, ohne zu viel Zeit zu „rauben“ und man hat sie verhältnismäßig schnell durchgeschaut. Zudem ist es eine deutsch-österreichische Produktion, die zu überzeugen weiß – wieso eigentlich nicht immer so?

Doctor’s Diary kommt zurzeit übrigens auch wieder im TV – jeden Donnerstag in Doppelfolgen ab 20.15 Uhr auf RTL.

Für welche Arzt- und Krankenhausserie schlägt euer Herz? (:

eurelaura

 

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25 Gedanken zu “7 Gründe für einen Doctor’s Diary-Marathon

    • Laura schreibt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar! Manu und ich wissen noch genau, wie du bei uns warst und die ganze Serie durchgesuchtet hast! :D Lass uns bald mal wieder telefonieren. :)

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  1. missnaseweisblog schreibt:

    Bis jetzt habe ich immer sehr unregelmäßig Greys Anatomy geschaut, aber wie du schon sagst, da erlebt man das ein oder andere Trauma und ist eigentlich immer irgendwie angespannt. Du hast mich neugierig gemacht, ich habe bisher nur Ausschnitte der Serie gesehen, aber das wird sich nun bald ändern. :)
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    • Laura schreibt:

      Wirklich, ohne Scheiß, alle Charaktere, die ich in GA geliebt habe, sind entweder tot oder ausgestiegen. Sowas macht doch keinen Spaß! Und ihre „wahre Liebe“ kann sich Shonda auch sonst wohin stecken. :D

      Ja, schau mal rein, ich hoffe, es gefällt dir! :)
      Liebe Grüße
      Laura

      Gefällt 1 Person

    • Laura schreibt:

      Scrubs hab ich beispielsweise nie durchgeschaut, sondern immer nur mal ein paar Folgen nebenbei laufen gehabt. :) Mal sehen, ob ich die Serie noch mal durchgucke. Da würde ich aber spontan sagen, dass DD im direkten Vergleich schon mehr ’ne Mädchenserie ist als Scrubs. :)

      Liebe Grüße
      Laura

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      • meinmedienguide schreibt:

        Oh ja, guck es unbedingt mal komplett durch :-) (z.B. auf maxdome) Es ist so lustig und nur selten traurig. Und es ist eine der wenigen Serien, die ich bisher geschaut habe, bei der ich mit dem Ende vollkommen zufrieden war (von Staffel 8; in Staffel 9 wechselt dann irgendwie der Cast und ich hab so oft gehört, dass das eine Katastrophe ist, dass ich die 9. nicht geguckt habe). Und Scrubs ist geschlechtsneutral würde ich sagen ;-) Ich hatte irgendwie in Erinnerung, dass Doctor’s Diary auch bei maxdome ist, ist es aber doch nicht :-/

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  2. lebenistmeer schreibt:

    Ein schöner Beitrag :) Doctor´s Diary gehört auch zu meinen Lieblings-Arztserien. Ich schaue zwar auch gerne Greys, finde aber dass man die beiden nur schwer vergleichen kann. Doctor´s Diary ist einfach lustig, unbeschwert, und auch mal was für zwischendurch, ohne dass man die vorherige Folge unbedingt gesehen haben muss :)

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  3. Corly schreibt:

    eher mit Alarm für Cobra 11 und GZSZ aufgewachsen, die ich beide sehr mochte, aber irgendwann aufgegeben hab zu gucken.

    Staffel 1 und 2 hab ich gesehen, 3 fehlt mir noch, aber wenn wollte ich alles wiederholen. Ich habe jetzt echt Lust bekommen diese Serie wieder zu gucken. Eigentlich hatte ich sie aufgeschoben. Am besten schon heute! Aber vielleicht sollte ich doch erst mal Pretty Little Liars Weiter gucken. Sonst häng ich da wieder so lange dran. Aber hat auf jeden Fall echt Spass gemacht zu lesen.

    Danke, für deinen tollen Beitrag.

    LG Corly

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  4. kaddy schreibt:

    Haaaaach… Doctor’s Diary. Ich habe die Serie geliebt als sie zum ersten mal im Fernseh kam und seit ich die komplette DVD Box habe gibt es bei mir mindestens 1mal pro Jahr ein Doctor’s Diary Marathon.
    Meinen Freund habe ich auch mal gezwungen mit mir einen Marathon durch zu suchten und ihm hat es sogar gefallen ^^.

    Mir zerreißt es immer wieder fast das Herz, dass nach drei Staffeln Schluss war aber andererseits sollte man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Wie viele Filme und Serien wurden kaputt gemacht indem man jedes Mal aufs neue einen neuen Teil oder eine Staffel ausquetschen muss, weil die Einschaltquoten so gut sind? Trotzdem würde ich sofort dabei sein, wenn was neues von Doctor’s Diary kommt. Die Hoffnung stirbt ja zu letzt. ;)

    Lg Kaddy

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    • Laura schreibt:

      Wow, also meinen Freund habe ich leider noch nicht dazu bekommen, die Serie mit mir zu gucken, RESPEKT! Werde ihm aber sagen, dass es deinem gefallen hat, vielleicht bewegt das ja was. :D

      Das stimmt – die besten Beispiele sind PLL und Vampire Diaries: beide sind in meinen Augen von Staffel zu Staffel schlechter geworden und auch bei The100 ahne ich nach der dritten Staffel leider sowas. Mal sehen. Aber bei DD wäre ich auch sofort mit im Boot, wenn ein Kinofilm kommen sollte :)

      Liebe Grüße
      Laura

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