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Review: Fuller House

Man könnte meinen, ich hätte in meiner Kindheit zu viel Fernsehen geguckt. Eine meiner absoluten Lieblingsserien von früher war Full House mit den süßen Olsen- Zwillingen, die sich die Rolle von Baby Michelle teilten. Die amerkanische Show im klassischen Sitcom-Konzept begeisterte damals durch einen turblenten Familienalltag, bei dem drei Männer plötzlich für ein Haus, drei kleine Mädchen und sich selbst verantwortlich sind. Dass das ungefähr, naja sagen wir mal nie reibungslos verlief, versteht sich von selbst. In acht Staffeln konnte man die Familie und vor allem die Kindern beim Erwachsenwerden begleiten. Die Lachmuskeln wurden dabei stets stark strapaziert.

Als Netflix dann 2015 eine Fortsetzung unter dem Namen Fuller House in Auftrag gab, war ich natürlich ganz aus dem Häuschen. Diesmal geht es um die älteste Tochter DJ Tanner, deren Mann bei der Arbeit als Feuerwehrmann ums Leben gekommen ist. Jetzt muss sie sich genau wie ihr Vater damals ganz allein um ihre drei Söhne kümmern. Aber Hilfe ist natürlich nicht weit, denn DJs Schwester Stephanie sowie ihre beste Freundin aus Kindertagen Kimmy erklären sich bereit, ihr zu helfen und ziehen mit ihr in das Haus, in dem sie selbst groß geworden sind. Selbstverständlich ist auch hier Chaos vorprogrammiert.

Aber nun das Wichtigste: für wen lohnt es sich reinzuschauen?! Netflix ist für seine guten Eigenproduktionen bekannt, daher hatte ich natürlich auch hohe Ansprüche an Fuller House. Die erste Folge war dann auch geprägt von viel Wiedersehensfreude und Umarmungen, ein kleines „Wir sehen immer noch verdammt gut aus“ hier und ein „Wo ist eigentlich Michelle?“ dort. Achtung: wichtiger Moment als darauf hingewiesen wird, dass Michelle nicht kommen konnte – es wird sogar die vierte Wand durchbrochen. Als Höhepunkt gab es eine kleine Gesangseinlage (Flintstones, meet the Flintstones..) für Baby Thommy wie es sie damals auch für Michelle gab. Zur Untermauerung wurden uns auf einem Splitscreen auch gleich beide Szenen gleichzeitig gezeigt. Man ist hier wirklich auf viele Gags aus dem Original eingegangen und hat sich stark an dem Konzept von damals orientiert. Trotzdem aber auch irgendwie vor allem deswegen fühlte ich mich bei der ersten Folge wieder wie 8 und saß zu Hause auf dem Sofa vorm Fernseher.

Aber: danach ließ die Freude von Folge zu Folge ein wenig nach. Denn geliebte Charaktere wie Danny, Joey und Onkel Jesse sind während der gesamten Staffel kaum zu sehen. Zudem hat man, was die Komik betrifft, ein wenig den Sprung ins 21. Jahrhundert verpasst. Die Serie greift an vielen Stellen Gags und Momente aus Full House auf, was eingefleischten Fans schnell auffallen wird, aber irgendwann ist auch genug. Für jemanden, der das Original nicht gesehen, sind manche Situation sicher nicht besonders komisch. So richtig will der Witz von damals in der heutigen Zeit auch einfach nicht zu mir durchdringen. Die Rolle von DJ finde ich zudem äußerst langweilig ausgearbeitet, sie tritt dadurch neben Stephanie und Kimmy oft in den Hintergrund, obwohl sie doch die Hauptperson ist.

Aber es gibt natürlich auch Highlights. Kimmy Gibbler gehört auf jeden Fall dazu. Mit ihrem Stil und ihrer Ausdrucksweise steckt sie noch tief in den 90gern fest, verrückt ist sie sowieso. Genau das führt aber meist zu den komischsten Situationen, die mir immer noch einen Lacher entlocken. Gut aussehende Männer sind leider Mangelware, daher ist es immer wieder gern gesehen, wenn Onkel Jesse nach San Francisco zurückkehrt. Und der sieht noch immer noch unglaublich gut aus! Und das mit 52. Für ihn scheint die Zeit irgendwie still zu stehen. (Hiermit danke ich der Natur für dieses Geschenk.)
Am meisten Spaß bereiten einem in der Fortsetzung aber doch die Kinder. Sie entwickeln eine ganz eigene Dynamik, die oft zu lustigen Situationen führt und nicht zu sehr vom Original abhängig sind. Vor allem der süße Max ist mir ans Herz gewachsen.

Zusammenfassend würde ich sagen, als eingefleischter Full House Fan kommt man um die Fortsetzung nicht herum. Für Neueinsteiger ist es eher bedingt zu empfehlen, weil man sich wirklich sehr stark am Original orientiert. Wenige Tage nach Veröffentlichung wurde bereits die Produktion einer zweiten Staffel bekannt gegeben. Möglicherweise wird hier ein wenig auf die Kritik eingegangen. Ich werde ihr auf jeden Fall auch noch eine Chance geben, vielleicht kann ich mich dann auch über ein paar mehr Gastauftritte von John Stamos freuen. ;)

Wie hat euch die Fortsetzung gefallen?

Eure Lisa

 

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4 Gedanken zu “Review: Fuller House

  1. toertchenmadeinberlin schreibt:

    Ich sehe es so wie du und hatte mir auf jeden Fall etwas mehr erhofft. Sehr stark sind mir außerdem die (teilweise fehlenden) schauspielerischen Leistungen aufgefallen..es wirkte doch sehr oft sehr gestellt, das hat mir gar nicht gefallen. Viele Grüße Nina

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    • Lisa schreibt:

      Ja, bei den schauspielerischen Leistungen geb ich dir auch recht. Wollte ich nur nicht so direkt reinschreiben. ;)
      Aber es fällt auf jeden Fall auf, dass vor allem die erwachsenen Darsteller nach Full House kaum noch als Schauspieler tätig waren.

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  2. talesandmemories schreibt:

    Eine sehr schöne Review :). Ich habe mir die Fortsetzung noch nicht angeschaut, da ich bisher skeptisch war. Full House habe ich immer unglaublich gern geschaut und da wollte ich mir die Serie nicht mit einer eventuell schlechten Fortsetzung verderben. Nachdem ich jetzt aber ein paar Meinungen zur Serie gehört habe, werde ich sie mir doch anschauen. Deine Review hört sich ja abgesehen von ein paar Kritikpunkten, über die man als Fan hinwegsehen kann, nicht so schlecht an ;)
    Liebe Grüße
    Anka

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