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Kinoreview: Alles steht Kopf!

Ich habe mal gehört, Pixar hat noch nie einen Film produziert, der gefloppt ist oder nicht zum Erfolg wurde. Zwar war der aktuellste Streifen des amerikanischen Animationsvereins das erste Mal nicht auf Platz eins der US-Kinocharts am ersten Vorführwochenende (denn in den USA bestimmt bekanntlich nur dieses eine Wochenende den Erfolg oder die Niederlage eines Films). Doch „Alles steht Kopf“ ist trotzdem nach „Toy Story 3“ der beste Start aus dem Hause Pixar.

Von diesen hohen Versprechungen wurde ich angesteckt mir auch einmal die Geschichte um die Gefühle in der Schaltzentrale Hirn eines jungen Mädchens anzusehen.

Um was geht’s?

Mit der Geburt der kleinen Riley tauchen auch Stück für Stück die wichtigsten Gefühle eines Menschen auf. Allen voran Joy, die Freude (und wahrscheinlich auch Zuversicht, Hoffnung und überhaupt die Inkarnation alles Guten). Sie übernimmt das Kommando in Rileys Gefühlhaushalt und sorgt dafür, dass sie als glückliches, ausgelassenes und zufriedenes Kind aufwächst. Neben Joy übernehmen aber auch Sadness, Digust, Fear und Anger ab und an das Steuer. Zusammen lernen sie mit Riley, was die Welt Schönes, aber auch Einschüchterndes, Ekliges und Unzufriedenstellendes zu bieten hat. Emotionen werden in Form von kleinen Kugel gespeichert, die als Erinnerung entweder in Rileys Lang- oder Kurzzeitgedächtnis übergehen. Zudem betreiben diese Kugel sogenannte Inseln, wie die Familien-, Freunde-, Hobby-, Ehrlichkeits- und Spaßinsel (Hat mich sehr an die Sims erinnert).

Rileys Vater bekommt aber alsbald einen neuen Job in San Fransisco, weswegen die Familie ihr geliebtes Minnesota verlassen muss. Hinzu kommen viele weitere typische Probleme, die ein Kind in dieser Situation ertragen muss. Ein fremdes, kleines Haus, im Container verschollene Möbel und viele Nächte auf dem Boden, gestresste Eltern, neue Schule und die Schwierigkeit, Freunde zu finden.

Nebenbei geht es in der Schaltzentrale drunter und drüber, denn durch einen Zwischenfall wurden Joy und Sadness hinaus in das riesige Lager der Erinnerung befördert, zusammen mit Rileys Kernerinnerungen. Ab sofort müssen der Ekel, die Wut und die Angst das Ruder übernehmen, während sich Joy und Sadness zurück kämpfen. Dadurch stumpft Riley langsam ab, wird gar emotionslos und ist mit ihrem neuen Leben mehr als Unzufrieden. Aus diesem Grund beschließt sie von Zuhause wegzulaufen.

EIn Film fürs Gefühl

„Alles steht Kopf“ ist ein Film, der recht schnell eine ziemlich bedrückende und ernste Stimmung annimmt. Der Zuschauer, egal ob Kind oder Erwachsener, werden alsbald ergriffen von Rileys Gefühlskampf und ihrer traurigen Situation. Die Abwesenheit der Freude aber auch der Traurigkeit spiegeln ziemlich gut den Vorgang einer entstehenden Depression wieder. Riley hat keinen Spaß mehr, ist lustlos und gereizt. Vor allem die Wichtigkeit von Erinnerungen wird dabei sehr deutlich und es stimmt einen halb traurig, halb fröhlich zu sehen, was Erinnerungen mit der Gefühlswelt doch anstellen können.

Überrascht hat mich (im englischen Original), das Amy Poehler (Parks und Recreation) die Stimme der Joy übernommen hat. Keine andere passt so gut zu diesem motivierten, ehrgeizigen und positiven Charakter, der stets versucht, das Beste aus allem zu machen und nie aufzugeben. Eine Leslie Knope mit blauen Haaren eben.

Die Idee von Gefühlen und Erinnerungen finde ich richtig großartig und anschaulich aufbereitet. Auch als Kind kann man sich das ganze Unbekannte, was manchmal in einem vorgeht, etwas besser verbildlichen und verstehen. Und vor allem wird auch gezeigt, dass es okay und total natürlich ist, mal Wut oder Angst zu haben. Gefühle treten eben nicht nur im Schwarz-Weiß-Prinzip auf. Wir nehmen Erlebnisse immer gemischt wahr. Wichtig ist nur, dass man sich zum Schluss vor allem die schönen Dinge in Erinnerung behält.

„Alles steht Kopf“ bekommt von mir das Prädikat besonders wertvoll und ist definitiv sehenswert. Wie alle Pixar-Filme eben.

eureanne

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4 Gedanken zu “Kinoreview: Alles steht Kopf!

  1. Lisa schreibt:

    Ich hab den Film auch angeschaut letztens und war so begeistert, dass ich dein Prädikat auf jeden Fall unterstütze!
    Kann den Film wirklich jedem empfehlen! :)

    Liebe Grüße
    Lisa

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  2. franziska-t schreibt:

    Ich bin auch sehr begeistert, das liegt aber auch daran, dass es Pixar schafft ein so komplexes Thema wie die Gefühlswelt eines Kindes mit all seinen Fassetten (Vorstellungskraft, Langzeitgedächtnis, Ohrwurm…) so zu erzählen, dass Kinder und Erwachsene gleichermaßen etwas aus der Geschichte ziehen können.

    Hier meine Review (einschließlich Beschwerde über den Vorfilm): https://filmkompass.wordpress.com/2015/10/07/inside-out-3d-o-2015/

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