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Kinoreview: Black Mass (OV)

Wenn ich an Johnny Depp denke, dann fallen mir zuerst ein betrunkener Pirat, ein verwegenes Äußeres und schließlich eine der schlimmsten Promi-Trennungen in meinem jungen Leben ein. Ich denke an Streifen wie Fear and Loathing in Las Vegas oder Blow. Und frage mich, wie alt seine Tochter jetzt ist, wieso DiCaprio und er noch immer auf den Oscar warten und ob diese Ehe mit Amber Heard wohl halten wird. Ja, wenn ich einmal an ihn denke, dann schon für mehrere Sekunden. Johnny Depp schlüpft seit mehr als zwei Jahrzehnten in die skurillsten Rollen und unterhält uns damit prächtig – Alptraum-Potenzial entwickelt er als Verbrecher in Black Mass.

Worum geht’s?

Black Mass zeigt den Aufstieg von James „Whitey“ Bulger (Johnny Depp) zum meistgefürchteten Gangster Bostons.

Vorhang auf für Depp, Edgerton und Cumberbatch

Horror-Streifen schaffen es gemeinhin gar nicht, mir jegliche Regung zu entlocken – außer vielleicht ein perfektioniertes Augen verdrehen. Allerdings treiben mir Psychopathen schnell den Angstschweiß auf die Stirn und das hat Depp (wie Hopkins als Lecter) in dieser Symbiose aus Biografie, Crime und Drama mit Leichtigkeit geschafft. In meinen Augen zieht er schauspielerisch alle Register und zeigt mit seiner glaubhaften Verkörperung, welches Oscar-verdächtige Talent in ihm steckt. Die Rolle des Whitey Bulgers nimmt man ihm anstandslos ab und einige Szenen sind so brutal und spannend inszeniert, dass man ein Schaudern nicht unterdrücken kann.

Die Maske muss an dieser Stelle einfach Erwähnung finden, denn Depp wurde perfekt und angsteinflößend verunstaltet! Eine modellierte Nase wie man sie von Rumpelstilzchen erwarten würde, herausstechend-konturierte Wangenknochen, eisblaue Kontaktlinsen und hellblonde, fast weiße Haare machen ihn zum skrupellosen Gangster und reservieren ihm einen Platz in der Alptraum-Schublade.

Joel Edgerton überzeugt zudem als FBI-Agent, der sein Leben ruiniert und Benedict Cumberbatch übernimmt die Rolle des Bruders William Burger, der zum Politiker aufsteigt. Die beiden bereichern den Film ungemein und sind starke Sidekicks für Depps grandiose Performanz.

Mein Freund wollte zudem, dass ich folgendes in dieser Review positiv hervorhebe: der Film zeigt nicht explizit, mit welchen Machenschaften Bulger sein Geld scheffelt. Natürlich finden Drogen und Waffen Erwähnung, doch gibt es keine Szenen, in denen die Drogen gezeigt, beispielsweise abgepackt werden – dieser Umstand orientiert sich am Stil der alten Gangsterfilme und widerspricht erfrischenderweise dem heutigen Hau-drauf-ich-glaub-es-nur-wenn-ich-es-sehe-Prinzip (wie zum Beispiel in der Serie Narcos). Diese Inszenierung des Streifens fügt sich damit sehr gut in die 70er und 80er Jahre ein, in denen die Geschichte vorrangig spielt.

Wissenswertes

Im Nachhinein habe ich mich noch ein bisschen mit James „Whitey“ Bulger beschäftigt und irgendwie wallt bei der Auseinandersetzung mit seinem Leben ein beklemmendes Gefühl in mir auf. Wie im Film beschrieben, gab es nur vier Personen, die ihm so wichtig waren, dass sie ihn verletzlich machten: seine Mutter, sein früh verstorbener Sohn, seine Frau Lindsey Cyr (porträtiert von Dakota Johnson) und sein Bruder William. Drei von ihnen verlor er. Nach 16 Jahren auf der Flucht als einer der meistgesuchten Verbrecher des FBIs wurde er 2011 im Alter von 81 Jahren verhaftet. Seine verbliebene Lebenszeit wird er im Gefängnis verbringen, ein verdientes Schicksal und doch – die besten Jahre hat er verlebt und in Freiheit verbracht. Es ist befremdlich, dass all diese Charaktere wirklich existiert haben oder sogar noch leben! Dieses Wissen macht den ganzen Film in meinen Augen noch eine Spur gruseliger.

Fazit

Der Film lebt von einem brillanten Johnny Depp und dem starken Sidekick Joel Edgerton. Black Mass ist ein gelungener und spannender Gangster-Streifen, der vor allem mit Brutalität, Spannung und interessantem Archivmaterial aufwartet. Dass die Story auf einer wahren Geschichte beruht, wirkt zusätzlich fesselnd. Black Mass bekommt von mir die volle Punktzahl und ist eine klare Filmempfehlung!

Habt Ihr Black Mass schon angeschaut? Wie hat er Euch gefallen?

eurelaura

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4 Gedanken zu “Kinoreview: Black Mass (OV)

    • Laura schreibt:

      Hahaha, wirklich? Nun gut, ich muss leider zugeben, er hat nach dem Ding mit Vanessa und der Sache mit Amber viele Sympathiepunkte bei mir eingebüßt, aber seine Art, die verschiedensten Rollen zu verkörpern, mag ich trotzdem. :>

      Liebe Grüße
      Laura

      Gefällt 1 Person

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