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Filmreview: Southpaw

Ein Boxfilm. Mit Jake Gyllenhaal (Musste erstmal die richtige Schreibweise googeln). So viel zu den ersten Stereotypen.

Auch bei diesem Film hatte ich keine Ahnung was mich erwartet, als ich beim Verzehr meiner Abendbrotschnitte plötzlich mitten in einem blutigen Boxkampf erwachte und der Appetit sich nach dem Anblick blutiger Platzwunden erst einmal verabschiedete.

Ich werde euch natürlich nicht blind in diesen Film laufen lassen (und euch das abendliche Dinner vermasseln) und einige inhaltliche Punkte verraten. Denn so viel sei gesagt: „Southpaw“ liegt nicht nur wegen dem ganzen Blut schwer im Magen.

Im Grunde könnte ich die Story genauso stereotyp wie meine Einleitung fortsetzen.  Ein erfolgreicher Boxchampion auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit einer wunderschönen, intelligenten, liebenswerten Frau und einem zuckersüßen Töchterchen. Das harmonische Familienleben findet sein Zuhause in einer übergroßen Villa und reichlichen anderen Konsumgütern. Dann spitzt sich die Lage zu. [SPOILER] Durch ein unglückliches Zusammentreffen mit einem Boxgegener wird die Frau erschossen und stirbt. Plötzlich verliert Billy Hope, so der Name des Protagonisten, alles. Sein Haus, sein Geld und sogar seine Tochter. Der Underdog muss sich nun von ganz unten hocharbeiten. Und plötzlich ist sie da, die Chance auf die große Boxrevange, der mögliche Rachezug gegen den Herausforderer, der um drei Ecken Hopes Frau auf dem Gewissen hat und damit die Möglichkeit, wieder Ruhm, Geld und seine Tochter für sich zu gewinnen.

So viel dazu. Klingt so, als müsstet ihr gar nicht weiter lesen. Aber STOPP.

Ja, das war die Story von „Southpaw“. Doch so cheesy ich die auch gerade zusammengefasst habe, so unerwartet und doch ungewohnt realistisch entwickelt sich das tragische Schicksal der Familie. Es ist schon selten, dass es ein Film schafft, sich an Klischees entlang zu hangeln und doch den Zuschauer von einer emotionalen Situation in die nächste zu katapultieren. Und das ohne das Gefühl zu wissen, was als nächstes passiert.

Der Tod von Billys Frau Maureen trifft den Zuschauer so unerwartet wie Billy und seine Tochter selbst. Man kann mitverfolgen, wie die Leben der beiden auseinanderbrechen und es mehr als schwer scheint, wieder irgendwie auf die gerade Bahn zu kommen. Und das, weil eben nicht alles beim ersten Versuch gelingt. Und auch nicht beim Zweiten. Auch der spektakuläre K.O.-Sieg zum Schluss bleibt aus. Übrig bleiben nur ein trauernder Vater und seine Tochter, die sich nach einer langen Phase physischer und psychischer Kämpfe wieder finden.

Der typische Weg eines Sportlers, der von ganz oben nach ganz unten fällt und sich wieder den Weg zum Erfolg hart erarbeiten muss, steht hier im Hintergrund. Vielmehr geht es um den liebenden und trauernden Vater, der versucht, mit dem was er hat wieder etwas aufzubauen. Und vor allem die richtigen Entscheidungen ohne Wutausbrüche und unüberlegte Handlungen zu treffen.

„Southpaw“ lässt den Zuschauer mit einem beklemmenden aber doch irgendwie hoffnungsvollen Gefühl zurück. Und das eine oder andere Tränchen kann da schon mal verdrückt werden.

Ist eben doch nicht nur ein Boxfilm.

eureanne

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