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The Taste oder wie ich meinen Heißhunger optisch befriedige

Eigentlich haben mich Kochshows noch sie sonderlich angehoben. Das Kochduell, Einsatz am Herd, Game of Chefs – das klingt schon so nach Krieg und Chaos und genau so haben meiner Meinung nach sämtliche Shows auch ausgesehen. Wild herumwuselnde, fluchende Köche, die gestresst Kommandos brüllen, sich in der Judorolle zum Kühlschrank rollen, mit blutigem Fleisch bewaffnen und ihren Gegnern ausfallende Kommentare an den Kopf ballern. Da saß ich schon mit einem Puls von 180 vorm TV, wie musste es da erst den Köchen ergehen?

Ich koche sehr gern und sehe mir im TV auch dementsprechend gern Menschen an, die Essen kochen. Oder nur Essen. Ganz nah und jedes Detail. Man könnte es als eine Obsession für Food-Porn bezeichnen, ich sage dazu Heißhunger-Therapie. Denn wenn ich so eine Köstlichkeit im Fernsehen sehe, dann reicht mir das vollkommen, um die Schokolade im Schrank zu lassen und stattdessen vom zarten Geschmack einer frisch bereiteten Crème Brûlée zu träumen. Ja, das scheint dem einen oder anderen übertrieben. Ich find’s überlebensnotwendig!

Jedenfalls habe ich aus Langeweile vor einigen Wochen mal bei „The Taste“ auf Sat.1 reingeschaut und seitdem schalte ich jede Woche ein (meistens kommt ja auch nichts besseres in der Glotze). „The Taste“ ist neben dem „Perfekten Dinner“ eine der wenigen Kochsendungen, die ich mir gut und gerne als entspannten Tagesausklang antun kann.

Das liegt vor allem daran, dass es hier zwar um einen Konkurrenzkampf zwischen aufstrebenden Köchen geht, der Umgang untereinander aber relativ freundlich ist. Keine Schlachten um die letzte Tomate, kein manisches Zwiebelhacken mit Mordgedanken.

Hier steht vor allem dieser eine Löffel im Vordergrund. Dieser kleine Löffel, von dem sich die vier Juroren an einem Abend bestimmt mehr als 20 Stück rein schieben müssen. Auch wenn ich mir nicht ganz vorstellen kann, wie man bei einem Bissen von einem Mini-Stück Fleisch auf einem Mini-Klecks Soße mit einem Mini-Käsecracker einen umfassenden Eindruck von einer Speise erhalten soll. Wahrscheinlich kauen die aber auch ihr Essen und schlingen es nicht in einem Stück herunter (so wie ich, wenn ich esse)

Welche Frage mir allerdings auf der Seele brennt ist Folgende: Was geschieht mit den Resten? Wenn die Köche sich an ein Gericht machen, um die vier kleinen Löffel zu befüllen, braten sie zuvor gefühlte 10 Kilo Fleisch, zwanzig Kartoffeln und 7 Liter Soße. Kann man den Rest auf Ebay ersteigern? Oder wird es fürs Archiv vakuumverpackt aufbewahrt? Man wird es wohl nie erfahren.

Ihr merkt, ich erzähle euch lieber nichts über die „Spielregeln“, die einzelnen Teilnehmer und die Juroren. Das ist ja auch vollkommen wurscht (und eh immer dasselbe). Denn schließlich geht es ja um’s Essen.

Und das sieht immer verdammt gut aus. Bewundernswert ist es ebenfalls, wie man durch die Vorgabe drei einfacher Zutaten auf so ausgefallene Gerichte kommen kann. Schon deshalb ist „The Taste“ spannend (zum Nebenher-Schauen). Und man kann sich doch die eine oder andere Idee holen.

„The Taste“ ist nicht DAS TV-Event der Woche. Es ist eher ein angenehmer Ausgleich zwischen „Die 25…“, Aktenzeichen XY…ungelöst“ und „Teenie-Mütter“.

eureanne

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2 Gedanken zu “The Taste oder wie ich meinen Heißhunger optisch befriedige

  1. Alina schreibt:

    Diese Sendung muss ich auch mal anschauen, mir reicht es nämlich auch von den ganzen guten Sachen zu träumen :-D Wenn du ein Nachtisch-Fan bist, schalte doch gleich mal die Glotze ein, denn „Das große Backen“ fängt wieder an! Liebe Grüße Alina

    Gefällt mir

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