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Serien, die einfach nicht wissen, wann Schluss ist: The Vampire Diaries

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist – meinen die Optimisten. Man muss ja Nichts unnötig in die Länge ziehen – meinen die Realisten. Was beide wollen: ein Ende! Nämlich das Ende jener Serien, die uns in ihren Anfängen begeistert, denen aber nach Jahren des Erfolgs langsam die Ideen ausgegangen sind und uns nun nur noch tierisch auf die Nerven gehen. Macht endlich wieder den Sendeplatz für was Neues frei!

Doch leider scheinen Autoren und Produzenten, geblendet von bisherigen Erfolgen und Fanscharen nicht das fette STOP-Schild am Ende der Straße zu erkennen. Als würden die Zuschauer es nicht merken, wird lustig weiter leerer Inhalt produziert, der entweder nichts mehr mit der ursprünglichen Idee zu tun hat oder sich bis zum Tod in einer Endlosschleife wiederholt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass Fans es nicht mitbekommen, wenn Folge für Folge in einer vorhersehbaren Routine herunter geleiert wird. Aber weit gefehlt! Wir merken das, liebe Serienindustrie! Meinen Gram werde ich am nachfolgenden Beispiel auslassen. Meiner Ex-Lieblingsserie

Vampire Diaries

vd

Oh, wie habe ich diese Serie geliebt! Alle Vorurteile gegen eine Teenie-Vampir-Serie, bei der ein Topmodel-Mädchen zwischen zwei Topmodel-Vampir-Brüdern schwankt, während es in einer Kleinstadt – bevölkert mit anderen Topmodel-Teenagern  – gegen das Böse kämpft, einmal beiseite gestellt. Viele sind sicherlich der Ansicht, dass Vampire Diaries damit schon von vornherein als schlecht und einfallslos betitelt werden kann. Kann man so sehen, muss man aber nicht.

Aber ich muss sagen (als absoluter Twilight-Hater!), ich fand diese Serie von Beginn an spannend und natürlich super mitreißend. Jeder emotionale Cliffhanger, unterstützt von säuselnden Stimmen á la Birdys „Skinny Love“ oder Leona Lewis‘ „Run“ brachten mich an die Grenzen meiner Teenager-Gefühlswelt. Was die Amerikaner produzieren, unabhängig des Genres, hat in vielen Fällen einfach Hand und Fuß hinsichtlich Inszenierung und Fanfang. (Ian Somerhalder und Joseph Morgan sind an meiner Begeisterung für die Serie auch nicht ganz unbeteiligt. Natürlich leben Serien solcher Art von exzessivem Fangirling.)

Die Serie hat es als eine der wenigen Teenager-Serien, die ich mir bisher angetan habe, geschafft, dass ich jeder ausgestrahlten Minute hinterher trauerte. Denn dies bedeutete wieder eine Woche warten. Und von der letzten Folge zehren, sich mit Freundinnen euphorisch austauschen und sich in wunderschönen Momenten gedanklich verlieren. Die Handlung war zwar in den ersten beiden Staffeln auch eher klischeebehaftet, aber dennoch gut gemacht! Und in Staffel 3, nachdem der tyrannische Urvampir Klaus auf der Bildfläche erschien, verlieh sein bösartiger Charakter, der im tiefsten Inneren nur eine loyale Familie forderte, dem Ganzen sogar etwas Tiefe. Da kam mir fast eine Träne gerollert.

Dann kam Staffel vier. Und dann Staffel fünf. Fragt mich nicht was in Staffel sechs passiert ist, die habe ich aus Protest keines Blickes gewürdigt. Denn nachdem zum zehnten Mal Jeremy, Bonnie oder Alaric „für immer“ gestorben waren oder Damon sich das zwanzigste Mal zwischen Elena und dem Leben als böser, böser Bube entscheiden musste und Stefan das dreißigste Mal auf Menschenblut rückfällig wurde, da ist auch mein Glaube an den guten Geschmack gestorben. Wo bleibt denn da bitte die Spannung, wenn ich weiß, dass kein Charakter mehr eine Chance auf eine drastische Veränderung bekommen wird, weil dies einfach einen zu großen Einschnitt für den Verlauf der Serie haben würde?

Nein, denken sich die Autoren, never change a winning team, wir schwimmen weiter in unserer Wurstsuppe umher. Klar, die Serie lebt vom Katz-und-Maus-Liebesspiel zwischen seinen Charakteren. Aber selbst in einer fiktiven Serie kann doch mal ein Pärchen wenigsten zwei, drei Folgen ungestört zusammen sein, ohne dass wieder eine vorhersehbare Katastrophe das Glück erschüttert. Wir wollen Figuren, die sich weiterentwickeln und nicht ein schlechter Abklatsch ihrer einstigen Höchstform mimen.

Wir wollen, dass Geschichten auch wie solche behandelt werden, dass sie mit einem „Es war einmal beginnen…“ und nach ihrer Klimax ein Ende finden. Deswegen begrüße ich die Entscheidung von Nina Dobrev, nach sechs Staffeln (und nur drei bis vier guten) vom sinkenden Boot abzuspringen und an Land zu schwimmen. Da höre ich lieber auf, wenn es für mich am Schönsten ist und behalte mein unbeschwertes Vampire-Diaries-Dasein so in Erinnerung, wie es mir Freude bereitet hat. Da bleibt mir nur zu sagen: Bitte liebe Autoren, setzt dem Leiden ein Ende.

Eure Anne

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3 Gedanken zu “Serien, die einfach nicht wissen, wann Schluss ist: The Vampire Diaries

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